Atilla
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Atilla

Beim Waldhof kennt ihn jeder. Atilla kam 1977 zur Welt und wuchs in der Pfalz auf. Genauer gesagt in Ludwigshafen, wo seine Fußballkarriere auch ihren Anfang nahm. 1993 wechselte er vom LSC in die B-Jugend des SV Waldhof, wo er 1996 nach der Vize-Meisterschaft mit der A-Jugend (0:2 gegen Dortmund) schließlich Vertragsamateur wurde. 1999 wechselt er zum damals 11-fachen türkischen Meister Beşiktaş Istanbul, kam dort unter anderem auf zwei Einsätze in der Qualifikation zur Uefa Champions League, wo man allerdings nach einem 1:1 und 0:0 an Hapoel Haifa scheiterte. Nach nur einer Saison war Schluss und er wechselte zu Antalyaspor.

Es folgte die kurze Rückkehr nach Deutschland zu Zweitligist Greuther Fürth und immer mehr avancierte Atilla zum »Wandervogel«. Nach sechs weiteren Stationen binnen 6 Jahren (Malatyaspor, Gençlerbirliği Ankara, Diyarbakırspor, Sivasspor, Malatyaspor, Tokatspor) beendete ein Kreuzbandriss die Karriere des damals 31-jährigen.

Nach seiner Zeit als Spieler leitete Atilla 2011 die Fußballschule von Fenerbahçe Istanbul, machte den Trainerschein bis zur Uefa B-Lizenz und baute sich in Deutschland eine eigene Firma im Bereich Telekommunikation auf. Neben der Leitung seines Unternehmens arbeitet er heute hauptsächlich als Scout für türkische Spitzenvereine. Als Trainer betreute er die Jugend des Ludwigshafener SC in der Regionalliga, doch er hat einen Traum: „Eines Tages will ich zum Waldhof zurückkehren. Vielleicht als Jugendtrainer. Wer weiß?“

Unvergessen bleibt natürlich für alle der 26. Mai 1997. Waldhof-Trainer Uwe Rapolder schmiss den damals 19-jährigen im Derby gegen Kaiserslautern beim Stand von 0:3 ins kalte Wasser. Sein erster Profi-Einsatz dauerte nur 3 Minuten, dann foulte er Martin Wagner an der Eckfahne. „Ich war übermotiviert“, gesteht er. Als dann noch FCK-Torhüter Gerry Ehrmann aus seinem Kasten gestürmt kam, brannten dem Jungspund die Lichter durch. Nach einem Wischer über das Gesicht von Ehrmann flog er mit Rot vom Feld. „Nach dem Spiel dachte ich, ich habe meine Karriere ruiniert“, so Atilla, der bei seiner Auswechslung den FCK-Fans, die ihn mit Bechern und Feuerzeugen bewarfen, noch stolz das Waldhof-Wappen auf seiner Brust präsentierte. Sein Vater, sonst sein größter Kritiker, schwieg, als Atilla nach Hause kam. Er selbst zerbrach sich den Kopf, was nun alle über ihn denken würden. Sein Trainer nahm es mit Humor, holte ihn nach dem Abstieg in die Regionalliga in den Profi-Kader. „Beim nächsten Training waren unglaublich viele Fans da und riefen plötzlich ‚Ehrmann-Killer‘. Ich wusste gar nicht was los war. Auch in der Schule war ich plötzlich ein Hit“, beschreibt er die Zeit danach.

Doch ein wenig stört es ihn dann doch, wenn er immer wieder auf dieses Thema angesprochen wird und die Situation in Erzählungen immer dramatischer dargestellt werden würde als es tatsächlich der Fall war. Immer wenn es einen Anlass dazu gebe, häuften sich dann auch die Medienanfragen. Dabei war gerade die Aktion gegen Gerry Ehrmann mehr Reflex als böse Absicht: „Wenn da ein Riese auf dich zugerannt kommt, schaltest du kurz den Kopf aus“, so der vier-fache Familienvater.

Verfolgt hat Atilla den Waldhof die letzten Jahre immer, auch in seiner Zeit in der Türkei. „Der Waldhof ist für mich etwas Besonderes, mein Herzensverein“, sagt er. Sofern es die Zeit zulässt, besucht er auch heute noch die Spiele und hofft, sich auch das kommende Derby live im Stadion anschauen zu können.

Name

Atilla

Alter

41 Jahre

Beruf

Ex-Spieler